August, der erste Schnitt, Kräuterbuschen und Mariä Himmelfahrt

Fruchtbarkeit erfüllt die Natur. Die Früchte reifen jetzt heran. Die Zeit der Fülle und der Erfüllung ist angebrochen. Ernte.

Am 15. August, sagt man, ist Maria in den Himmel emporgestiegen und hat uns die wertvollen Kräuter, die jetzt geerntet werden können, zurückgelassen. Im Gegensatz zu Christi Himmelfahrt ist dieser Feiertag eher unscheinbar und wird nur noch selten zelebriert. Ich hab mir heute gedacht: Vielleicht auch mal ein Akt für unsere Gleichberechtigung, den Tag mehr in den Vordergrund zu bringen und zu ehren …

An diesem August-Tag geht man alten Traditionen folgend raus und bindet sich einen Kräuterstrauß, auch Kräuterbuschen genannt, aus sieben, neun oder ganz beliebige vielen verschiedenen Wildkräutern. Der Kräuterbuschen gibt Schutz und kann in der Wohnung aufgehängt werden. Ich hänge meinen gerne übers Bett. Und nehm mir immer wieder was davon, um damit zu räuchern. Ich mag das Rituelle dieser Zeit. Das Sammeln und Binden und dann damit zu räuchern.

Dabei denke ich gerne darüber nach, was meine erste Ernte in diesem Sommer ist. Die Samen, die früher im Jahr gepflanzt wurden, werden jetzt gemäht oder geschnitten, um dann erneut ausgesät zu werden. Der ewige Kreislauf. Etwas, was sich Jahr für Jahr wiederholt, und somit auch Halt gibt. Denn es passiert ganz von alleine und selbstverständlich. Auch wenn sich vieles schnell verändert, ist da etwas, das schon immer war und bleibt. Eine sehr gute Orientierung, an die mich der Strauß, der über meinem Bett hängt, erinnert.

Zur Wintersonnwende, beziehungsweise spätestens zu den Rauchnächten verbrenn ich meinen Kräuterbuschen gerne.

Ein weiterer Gedanke: Auch eine meiner Früchte ist voll gereift, meine Webseite, die jetzt online geht. Wie stimmig zu dieser Zeit im Jahr …

Alles richtig gemacht 🙂 YEAH